Westdeutschland/Lünen. Am 19. und 20. Oktober 2024 erlebten alleinlebende Mitglieder der Gebietskirche Westdeutschland sowie aus anderen Regionen ein gemeinsames Wochenende mit Apostel Gerd Kisselbach in Lünen. Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich zu diesem besonderen Event angemeldet. Am Sonntag nahmen die angereisten Teilnehmer am Gottesdienst mit Apostel Kisselbach teil. Kranke und mobilitätseingeschränkte Singles hatten die Möglichkeit, den Gottesdienst per Videoübertragung mitzuerleben. Das letzte gebietskirchenweite Treffen war 2021 in Hanau.
Am Samstag um 11.30 Uhr öffneten sich die Türen in Lünen. Das Organisationsteam hatte vieles vorbereitet, um die Gäste willkommen zu heißen. Nach ihrer Ankunft meldeten sich die angereisten Besucher am Empfang und erhielten ein Namensschild, auf dem sie ihren Vornamen eintragen konnten, um die Kontaktaufnahme zu erleichtern.
Für einige war diese Veranstaltung das erste Mal in diesem besonderen Kreis, und so tastete man sich von neuem Gesicht zu neuem Gesicht. Andere wiederum freuten sich über das Wiedersehen. Alte Freundschaften und Bekanntschaften lebten auf.
Das Motto: Gut, dass wir einander haben
Apostel Kisselbach nahm in seinen Ausführungen Bezug auf das Motto und erkannte rasch, dass es sich auf das Lied Nr. 357 aus dem Chorbuch der Neuapostolischen Kirche (NAK) bezieht. Besonders hob er den ersten Vers hervor:
„Sorgen, Freuden, Kräfte teilen und auf einem Wege gehn. Gut, dass wir nicht uns nur haben, dass der Kreis sich niemals schließt und dass Gott, von dem wir reden, hier in unsrer Mitte ist.“
Dabei ging er auf verschiedene Teile des Textes ein und betonte die tiefere Bedeutung des Mottos. Er unterstrich, wie wichtig es sei, nicht nur die Gemeinschaft untereinander zu pflegen, sondern vor allem auch die Präsenz Gottes in der Mitte dieser Gemeinschaft zu erkennen. Gottes Gegenwart sei der zentrale Aspekt, der den Zusammenhalt und das gemeinsame Voranschreiten auf einem Weg stärke. Das Teilen von Sorgen und Freuden sowie die Unterstützung in allen Lebenslagen werde durch diese göttliche Nähe bereichert.
Mancher vermisst Aktivitäten für Singles in seinem Bezirk. Sein Rat: Nicht darauf warten, dass jemand den Anfang macht, sondern selbst aktiv werden und sich einbringen.
Wer bist du, Apostel?
Apostel Kisselbach teilte in seiner Ansprache persönliche Einblicke aus seinem Leben, die die Anwesenden tief berührten und neugierig machten. Er erzählte von seiner Kindheit, seiner Beziehung zu seinen Eltern, und seiner eigenen Familie, besonders seiner Partnerschaft mit seiner Frau Britta. Besonders aufmerksam machten seine liebevollen Worte über seine Ehe: „Ich mache mit meiner Frau Britta alles zusammen“, „meine Frau weiß alles über mich“ und „das größte Glück meines Lebens ist meine Frau“. Diese Aussagen zeugten von einer tiefen Verbundenheit und Nähe, die viele bewegte, denn wer kann das schon in dieser Intensität von sich sagen?
Zum Abschluss seiner biografischen Einblicke bemerkte der Apostel, dass er sich nie hätte vorstellen können, einmal Apostel zu werden. Eine Teilnehmerin fasste ihre Eindrücke von ihm in einfachen, aber treffenden Worten zusammen: „Er ist liebevoll, sympathisch, lustig, berührend, ehrlich.“ Diese Worte spiegelten das Bild eines nahbaren und authentischen Menschen wider, der durch seine Offenheit und Warmherzigkeit viele inspirierte.
Beten wirkt
Das Jahresmotto 2024 spielte eine zentrale Rolle im Programm der Veranstaltung, und es wurde aus gutem Grund thematisiert. Besonders das Alleinleben stellt für viele eine Herausforderung dar, da oft eine häusliche Gebetsgemeinschaft fehlt. Um die Kraft und Bedeutung des Gebets zu verdeutlichen, wurden verschiedene Impulse gesetzt, die den Anwesenden dabei halfen, das gemeinsame und individuelle Beten neu zu betrachten. Diese Impulse umfassten:
- Ich bete für dich – denn Beten wirkt!
- Beten stärkt und stabilisiert
- Beten beinhaltet Feedback
- Haltung unterstützt Beten
- Betest du, wenn du betest?
- Gemeinsames Beten suchen
- Fürbitten: Wir können und dürfen, ja wir sollen auch für andere beten.
Diese Anregungen unterstrichen die Kraft und Wirkung des Gebets in verschiedenen Dimensionen des Lebens – sei es für sich selbst oder für andere. Besonders die Fürbitte wurde hervorgehoben: das Gebet für andere ist nicht nur erlaubt, sondern eine wichtige Aufgabe, die Gemeinschaft und Unterstützung zum Ausdruck bringt.
Im Rahmen der Veranstaltung trugen sieben Teilnehmer Fürbitten vor, die auf aktuelle Herausforderungen eingingen. Dabei wurden Themen wie die persönlichen Lebensumstände, Gerechtigkeit, Frieden, Barmherzigkeit, das Überwinden von Einsamkeit und der Wunsch nach Gottes Nähe – als unser Glaubensziel – angesprochen.
Singen geht immer
Fast 100 Sängerinnen und Sänger hatten sich für den Chor angemeldet, was für eine beeindruckende Größe sorgte. Da dieser Chor noch nie zuvor in dieser Konstellation zusammen gesungen hatte, war für den Samstag eine Chorprobe angesetzt worden. Die Vorfreude und Motivation der Teilnehmenden waren spürbar – alle freuten sich riesig auf die Gelegenheit, Teil dieses großen Chores zu sein.
Die Zusammenarbeit zwischen den Sängerinnen und Sängern sowie den beiden Dirigenten verlief reibungslos. Die Interaktion war von Harmonie und Verständnis geprägt, was zu einem beeindruckenden Klangerlebnis führte. Trotz der kurzen gemeinsamen Probezeit gelang es, einen wunderschönen Klang zu erzeugen, der die Zuhörer begeisterte. Nach einer Stunde war die Probe zu Ende, doch viele hätten gerne noch weiter gesungen, so sehr hatten sie die gemeinsame musikalische Erfahrung genossen.
Die beiden Dirigenten: Jürgen Welp aus Süddeutschland und Marc Herrmann aus dem Bezirk Bergisches Land.
Verpflegung am Mittag
Das Orga-Team hatte sich im Vorfeld intensiv Gedanken darüber gemacht, wie man die zahlreichen ankommenden Glaubensgeschwister zur Mittagszeit optimal verpflegen könnte. Die Herausforderung, 150 Personen zu beköstigen, war groß, doch das Team meisterte sie mit Bravour.
Als Mahlzeiten wurden Gulaschsuppe sowie eine vegane Erbsensuppe angeboten, um sicherzustellen, dass für jeden etwas dabei war – auch für die Veganer unter den Besuchern. Zusätzlich standen Getränke wie Wasser, Softdrinks und reichlich Kaffee zur Verfügung, sodass es an nichts fehlte. Die gut durchdachte Organisation und das vielfältige Angebot sorgten dafür, dass sich alle gut versorgt und willkommen fühlten.
Fortsetzung folgt in Teil 2
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